Über den Künstler

Peter Kalkhof

London, Großbritannien

Biografie

Peter Kalkhof (* 20. Dezember 1933 in Staßfurt / D; † 24. Februar 2014 in London / GB)
Schließe Dein leibliches Auge damit Du mit dem geistigen Auge zuerst sehest Dein Bild. Dann fördere zu Tage, was Du im Dunkeln gesehen, dass es zurückwirke auf andere, von außen nach innen."
(Caspar David Friedrich 1774* - 1840†)

Peter Kalkhof ist ein wichtiger Pionier, Mitinitiator und repräsentativer Vertreter einer dominanten Kunstrichtung der 1970er Jahre, die auch unter den Bezeichnungen "Konkrete Kunst", "Op Art", " Neue Geometrie", "Hard Edge" oder "Nachmalerische Abstraktion" bekannt ist. Sein immenses Werk lädt uns ein, an diesen spannenden Entwicklungen Teil zu haben und die Einzigartigkeit seiner Person und Kunst kennen und schätzen zu lernen.

1933 in Staßfurt-Leopoldshall geboren, beginnt er in der Nachkriegszeit 1949 eine Tischlerlehre in Seesen-Herrhausen am Harzgebirge. 1952-1956 absolviert er nicht nur eine weitere Lehre und arbeitet als Klischeesätzer und Chemograf in Braunschweig sondern beginnt dort auch ein Studium der Malerei an der "Werkkunstschule". 1956 führt er sein Kunststudium an der "staatlichen Akademie der bildenden Künste" in Stuttgart fort und erhält 1959 den 1. Preis für Porträtmalerei.

Diese frühen Jahre solider handwerklicher und künstlerischer Ausbildung charakterisieren Peter Kalkhof und sein umfangreiches Schaffen. Die ausgeführte Qualität seiner Arbeiten ist zutiefst beeindruckend; die fast ausschließlich selbst gefertigten Bilderrahmen, seine angemessene Wahl von Materialien als auch die vielfältigen und höchst professionellen Techniken seiner Malerei geben ihm ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Heutzutage sieht man vielen seiner Werke, auch Jahrzehnte nach ihrer Entstehung, ihr wahres Alter nicht an.

1960-1961 ist er Stipendiat an der "Slade School of Fine Art, University College" in London / England und beendet 1962 sein Kunststudium an der "École Nationale Supérieure des Beaux-Arts" in Paris / Frankreich. Hier kommt er verstärkt mit avantgardistischen Kunstrichtungen in Berührung, die seine klassisch-moderne Ausbildung nicht nur erweitern und in Frage stellen, sondern ihn und sein weiteres Werk auch nachhaltig prägen.

1963 zieht er nach London / England und lebt dort bis zu seinem Lebensende 2014 als freischaffender Künstler. Er heiratet die Schmuckdesignerin Jeanne Thé, zusammen haben sie einen Sohn Peter Kalkhof jnr. 1964 – 1998 arbeitet er außerdem als Kunstdozent für Malerei an der "School of Art, University of Reading / UK".

Mitte der 1960er entwickelt Peter Kalkhof die Basis seines künstlerischen Lebenswerkes "Farbe & Raum" ("Colour & Space"). Verwurzelt sowohl in der Nordischen Romantik - eines seiner Lieblingsbilder war "Mönch am Meer" (~1810) von Caspar David Friedrich - als auch in den transzendentalen Abstraktionen von Künstlern wie Malewitsch, Kandinsky und Rothko, werden die Werke von Peter Kalkhof von dem renommierten Londoner Kunstkritiker Roger Cook folgendermaßen beschrieben: "Zauberhafte Beschwörungen von Licht und Farbe sprechen eine Welt nach dem Tode Gottes an – eine Welt, in der der "mißbrauchte Raum" seine verlorene heilige Ursprünglichkeit wieder findet." (1977). Die "vertikale Linie des Seins" und die "horizontale Linie der Welt" werden in unterschiedlichsten Farbkompositionen referenziert. Der mikro- und makroskopische Raum findet Ausdruck in teilweise sehr strenger als auch in einer freien geometrischen Formensprache. Seine Werke sind zeitlos, da sie universelle Aspekte des menschlichen Seins in Bezug zu Welt und Kosmos thematisieren.

Peter Kalkhof ist zeitlebens ein Reisender. Diese Reisen sind sowohl physischer als auch psychischer Natur. Sie deuten auf eine Suche nach etwas, welches letztendlich nicht außerhalb des Individuums gefunden werden kann. Zahlreiche Studienexkursionen zu alten Kulturstätten auf der ganzen Welt fließen in seine Arbeiten ein. Seine Dreiecke und Quadrate sind beispielsweise auch in den Pyramiden der Mayas, Azteken und Ägyptern zu finden, die meditativen Kreise in den fernöstlichen Mandalas, die horizontale Linie als Grenzbereich zwischen Himmel und weiten Landschaften, die Streuung geometrischer Elemente in der zufällig anmutenden Verteilung von Sternen und Galaxien am Firmament. Einer augenscheinlich instabilen und chaotischen Welt werden universelle Prinzipien von Beständigkeit und Ordnung entgegen gesetzt. Diese Spannungsfelder werden in Peter Kalkhofs Kunst kraftvoll vermittelt.

Peter Kalkhofs Werke werden über die Jahrzehnte nicht nur in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt sondern sind auch Teil vieler öffentlicher und privater Sammlungen. In den 1960er Jahren entsteht ein persönlicher Kontakt und Freundschaft mit der Galeristin Annely Juda in London. Bis zum heutigen Tage wird Peter Kalkhof von der international tätigen "Gallery Annely Juda Fine Arts – London" als Künstler vertreten. Nicht nur in der Londoner Galerie selbst führte diese Kooperation zu diversen Ausstellungen, sondern seine Werke wurden auch auf diversen internationalen Kunstmessen, wie z.B. der "Art Basel", ausgestellt.

2014 verstirbt Peter Kalkhof nach einer schweren Krankheit in London. Momentan wird sein künstlerisches Vermächtnis von der "Peter Kalkhof Foundation" verwaltet.

-Jens Kalkhof, 2021


Ausstellungen und Messen

1979

  • Kunstverein, Marburg; Annely Juda Fine Art, London

1981

  • Goethe-Institut, London

1983

  • Juda Rowan Gallery, London

1987

  • Galerie Altes Rathaus, Wörth am Rhein

1988

  • Landesmuseum Oldenburg

1989

  • Camden Arts Centre, London
  • Ostpreußisches Landesmuseum, Lüneburg

1990

  • Annely Juda Fine Art, London

1993

  • Galerie Rösch, Neubrunn/Würzburg
  • Galerie Schröder und Dörr, Bergisch Gladbach

1994

  • Galerie Rösch, Karlsruhe

1995

  • Rathaus Galerie Balingen

1996

  • Prignitz-Museum, Havelberg
  • Stadt-Museum Galerie, Schieder-Schwalenberg

1997

  • Annley Juda Fine Art, London

1998

  • Galerie Planie 22, Reutlingen
  • St. Hugh's College, Oxford

2000

  • Galerie Rösch, Houston

2002

  • Annely Juda Fine Art, London

2004

  • T1+2 artspace, London

2007

  • Annely Juda Fine Art, London

2011

  • Merston Gallery, Chichester

2012

  • Annely Juda Fine Art, London
  • Expo Chicago (mit Roger Ackling bei Annely Juda Fine Art, London)

2014

  • Annely Juda Fine Art, London (Gedächtnisausstellung)

2018

  • 50 Jahre, 50 KünstlerAnnely Juda Fine Art, London
  • Time, Space and Texture mit Christopher Wool und Tom Lohner
    Bakerhouse Gallery, Graz
  • Art Basel, Basel, mit Christo und David Hockney
    bei Annely Juda Fine Art, London

2019

  • Arte Wiesbaden, bei Bakerhouse Gallery, Graz