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Graz | Klagenfurt

Cindy Sherman

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Biographie

Cindy Sherman zählt zu den einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart und gehört zu den zentralen Positionen der inszenierten Fotografie. Seit den späten 1970er-Jahren beschäftigt sie sich in ihrem Werk mit Identität, Rollenbildern, Schönheitsidealen, gesellschaftlichen Erwartungen und der Frage, wie Bilder unsere Wahrnehmung von Menschen prägen.

Geboren 1954 in Glen Ridge, New Jersey, studierte Sherman am State University College in Buffalo, New York. Bereits kurz nach ihrem Studium entwickelte sie jene künstlerische Arbeitsweise, die ihr Werk bis heute prägt: Sherman steht selbst vor der Kamera, versteht ihre Fotografien jedoch nicht als klassische Selbstporträts. Vielmehr verwandelt sie sich mithilfe von Kleidung, Make-up, Perücken, Prothesen und Kulissen in immer neue Figuren und Charaktere.

International bekannt wurde sie mit der Serie *Untitled Film Stills* (1977–1980). In diesen Schwarz-Weiß-Fotografien inszeniert Sherman fiktive weibliche Rollen, die an Szenen aus europäischen und amerikanischen Filmen der 1950er- und 1960er-Jahre erinnern. Obwohl die dargestellten Filme niemals existierten, wirken die Bilder vertraut. Genau dieses Spannungsfeld zwischen Erinnerung, Klischee und Inszenierung wurde zu einem zentralen Thema ihres gesamten Werks.

In späteren Serien setzte sich Sherman unter anderem mit Modefotografie, gesellschaftlichen Eliten, historischen Porträts, Hollywood, Alter, Körperbildern und der Konstruktion von Weiblichkeit auseinander. Dabei bewegt sich ihre Arbeit häufig zwischen Schönheit und Irritation, Glamour und Groteske. Ihre Figuren wirken vertraut und zugleich künstlich – und machen sichtbar, wie sehr Identität durch Bilder, Medien und gesellschaftliche Rollen geprägt wird.

Sherman wird häufig der sogenannten Pictures Generation zugerechnet, einer Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern, die Ende der 1970er-Jahre begannen, die Bildsprache von Film, Werbung, Fernsehen und Massenmedien kritisch zu untersuchen.

Ihre Werke befinden sich in bedeutenden internationalen Sammlungen und Museen, darunter das Museum of Modern Art in New York, die Tate in London, das Centre Pompidou in Paris sowie zahlreiche weitere öffentliche und private Sammlungen. Große Retrospektiven und Museumsausstellungen haben ihr Werk weltweit einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Cindy Shermans Einfluss reicht weit über die Fotografie hinaus. Ihr Werk hat Generationen von Künstlerinnen und Künstlern geprägt und wesentlich dazu beigetragen, Fotografie als eigenständiges Medium der zeitgenössischen Kunst zu etablieren. Ihre Arbeiten gehören heute zu den bekanntesten und kunsthistorisch bedeutendsten Positionen der internationalen Gegenwartskunst.
Photo Credit: New Zealand Government, Office of the Governor-General / CC BY 4.0